Kategorie Allgemein werk01
Dienstag, 30. August 2005 11:31 Uhr
Einst betrat ich eine der modernen Lebensmitteleinkaufstätten. Wohl sortiert, mit einem Einkaufszettel in der Hand, allem Unwichtigen in dieser Zeit weg verstaut hielt ich mich an die Reihenfolge: erst einen Wagen holen.
Welch Glück, dass ich nicht mal eine Münze investieren mussten, denn der Wagen vor mir war ein freier Wagen.
So schlenderte ich durch die Regale und aufgestellten Waren, arbeitete meinen Zettel ab und liess mich auch durch die Angebote verlocken.
Zumal ich, als ich durch die Schokoladengegend streifte, durch einen Anruf leicht abgelenkt war.
Kurz verlor ich meinen Wagen aus den Augen, fand ihn aber nach mäßiger gedanklicher Anstrengung auch umgehend wieder. Noch beschwingter durch das Telefonat parkte ich meinen Einkaufswagen bei Eiern und Milch und machte mich daran, unsere Frühstückskiste mit allerlei Käse, Wurst und diversen Aufstreichangelegenheiten zu füllen.
Den Arm voller Leckereinen bog ich um die Ecke und – mein Wagen war verschwunden!
Verdutzt blickte ich mich um. Doch, doch, der Ort stimmte, die Zeit auch, meine vollen Arme bestätigten mir meine verfolgte Absicht. Nur meine Beutekammer war nicht mehr da. Leicht verstört umkreiste ich den Abstellort, um mich selbst zu vergewissern, dass ich nichts Falsches getan hatte.
Mit der Zeit wurde mein Blick grimmiger, denn vor meinen Augen hatte sich das Bild einer ergrauten und leicht gebückt gehenden alten Dame aufgetan, die verstockt einen Wagen zur Kasse schob, um dort festzustellen, dass sie weder Nutella isst, noch Weichspüler ‘sensitiv’ benutzt und auch eigentlich genügend Müllbeutel hat.
Detektivisch verfolgte ich ein paar der Einkaufswagen, nicht nur durch Blicke, konnte aber meinen individuell zusammen gestellten nicht mehr entdecken.
Schnaubend stapfte ich schließlich nach draußen, um doch noch eine Münze zu investieren. Neuer Wagen, alte Route – diesmal nur etwas schneller, da ich doch leicht angenervt war.
Als ich mit halb fertigem Wagen zu Eiern und Milch kam, stieß ich schlussendlich auf ein Zwillingsexemplar meines Wagens.
Da stand er! Als wäre er nie weg gewesen.
So langsam fing ich an zu kochen, da ich mir sicher war, um mich herum nur noch hämische Blicke zu ernten.
Mit einer stoischen Ruhe begann ich, den Inhalt der Wagen auszutauschen. Denn: den Wagen _ohne Münze_ (der zu drei Viertel erledigt war) wollte ich zurück lassen, den Wagen _mit Münze_ (der nur zu einem Drittel bestückt war) wollt eich mit nehmen.
Gesagt, getan, zur Information, den einen Wagen stehen lassen, den anderen zur Kasse geschoben.
Ich hoffe, mein durchdringend erforschender Blick hat den richtigen Wagendieb noch getroffen.
Anja
bin ich so auf den ein oder anderen Nebenweg geraten. Leider hängen meine Mundwinkel jetzt etwas herunter.